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Das Katholische Bildungswerk hat sich im vergangenen Herbst mit dem brennenden Thema „Unsere Pfarrgemeinde/Unser Pfarrleben hat Zukunft, wenn …“ beschäftigt. In mehreren Regionaltreffen wurde über dieses Thema mit dem Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese, Mag. Hans Wimmer, nachgesonnen und beraten. In seinen „Pastoralen Erkundungen“ hat er Entdeckungen formuliert, die für die pastorale Zukunft richtungsweisend sind.

 

Im Gespräch mit der KBW Zeitschrift "antenne" zogen Pastoraldirektor Johann Wimmer und Obfrau Angela Lahmer-Hackl ein Resümee dieser Regionaltreffen rund um das Thema „Unsere Pfarrgemeinde/Unser Pfarrleben hat Zukunft, wenn…“, das wir dankenswerter Weise auf unserer Homepage veröffentlichen dürfen.
Das Gespräch moderierte Erwin Lasslesberger.

antenne: Wie habt ihr die Regionaltreffen erlebt?

Johann Wimmer: Die TeilnehmerInnen waren überrascht und dankbar, dass ich das Thema der „Zukunft der Pfarren“ aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet habe. Denn das Thema ist ja sehr „abgelutscht“, die Probleme der Leitung in den Pfarren und der schwindende Gottesdienstbesuch sind evident. Da gibt es eine Perspektivlosigkeit, da gibt es kein neues Rezept. Deshalb war es für alle erleichternd, mit einem anderen Zugang, einer anderen Haltung heranzugehen. Denn wir können nur vorankommen, wenn wir uns an Jesus orientieren. Das hat die Leute bei den Regionaltreffen sehr inspiriert. Es war so ein „Wow“-Effekt zu spüren!

Angela Lahmer-Hackl: Dieses „Wow“ war für mich auch Ausdruck dafür, dass wir Ehrenamtlichen in den Pfarren das Gefühl haben, dass endlich jemand in der Diözesanleitung das in Worte fasst, was wir schon lange spüren und woran wir schon lange arbeiten.

antenne: Hans, du hast deine Ausführungen immer wieder aus der Bibel begründet.

Johann Wimmer: Meine Haltung knüpft immer an der Bibel an. Der Auftrag an die Kundschafter, die Moses aussendet, war: „Habt Mut und bringt Früchte“. Meine Überzeugung, dass wir mit dieser Haltung in eine gute Zukunft gehen können, hat bei den vier Treffen viele Menschen sehr angesprochen.

Angela Lahmer-Hackl:  Dem nachzugehen, wie die Menschen leben, was sie daraus machen, führt uns auch weg vom Moralischen, offensichtlich Missionierenden, das so lange unsere Kirche geprägt hat.

Johann Wimmer:  Es geht nicht darum, Kirche zu erhalten, sondern von der Bibel ausgehend Haltungen zu vermitteln. Kirche ist Zeichen und Werkzeug – nicht mehr und nicht weniger. Mit den Sakramenten die Menschen an die Kirche binden zu wollen, ist der Versuch, sie abhängig zu machen. Sakramente dürfen keine Fußfesseln anlegen, denn der Glaube braucht Freiheit.

antenne: Aber wie geht es weiter ohne Pfarrer?

Johann Wimmer:  Es wird auch notwendig sein, neue Lösungen für die Leitung der Pfarren zu finden, Leitungsaufgaben auf ein Team aufzuteilen und im Team wahrzunehmen. Manche Aufgaben wie die Vermögensverwaltung könnte auch von einer Stelle für mehrere Pfarren gemacht werden. Nur so können wir mit dem Priestermangel umgehen. Priester aus anderen Kulturkreisen zu holen, hat oft zu mehr Problemen geführt, als damit gewonnen wurde. Mut braucht es auch hier, um neue Leitungsmodelle auszuprobieren. Aber ich bin überzeugt, dass sich unter der Leitung von Bischof Alois mehr Spielraum auftut, diesen Mut in neue Wege umzusetzen.

Angela Lahmer-Hackl: Auch wenn die kirchenrechtlichen Regelungen bleiben und von mir als sehr einschränkend empfunden werden, sollten wir uns trauen, wieder an den urkirchlichen Leitungsmodellen anzuknüpfen. Dabei ist es wichtig, dass diese Modelle nicht wieder auf die Männer zentriert sind und die weibliche Seite fehlt.

Johann Wimmer:  Genau, Frauen stehen oft stärker im Leben, sind besser im Vernetzen und ermöglichen Wachstum und Entwicklung. Wichtig ist es aber, allen Frauen und Männern, die sich engagieren, mit Achtung und Wertschätzung zu begegnen.

antenne: Worum geht es, damit die Pfarre Zukunft hat?

Johann Wimmer: In unserer Kirche dreht sich sehr viel um den Priester und den Kult, um die Gottesdienste. Das ist notwendig und wichtig, aber das ist nicht das, wonach Jesus fragt. Jesus fragt nicht, ob wir jeden Sonntag in der Kirche waren. Er fragt: Habt ihr den Hungrigen zu essen gegeben und den Durstigen zu trinken? Darum bin ich überzeugt: der Gottesdienst beginnt nach der Kirche. Da zeigt sich, wie wir miteinander umgehen, wie wir über einander reden und worum wir uns sorgen.

Angela Lahmer-Hackl:  Die Fluchtbewegung sehe ich als große Chance und Bewährungsprobe für unser Christsein. Wir leben Diakonie, wenn wir mit den Flüchtlingen reden, wenn wir mit ihnen leben, essen, feiern und trauern. Das ist Gottesdienst im wahrsten Sinne des Wortes.

antenne: Welche Themen sollte das kbw in der Pfarre mit seinem Programm ansprechen?

Johann Wimmer:  Ich bleibe beim Bild der Kundschafter. Auch das katholische Bildungswerk sehe ich in dieser Kundschafterrolle, ausgestattet mit der heiligen Neugierde auf die Menschen und ihre so unterschiedlichen Lebenssituationen. Sollte ich ein kbw-Jahresprogramm machen, ich würde erkunden, in welchen Themen Gott uns entgegenkommt. Wie wir unsere Umwelt zerstören, das ist ein Thema, bei dem der Herrgott aufschreit. Genauso ist es bei der Ungerechtigkeit in unserer Welt. Es sind aber auch Themen des Staunens und der Schönheit, in denen uns Gott begegnet, in der Natur, auf Reisen. Auch ein Eintauchen in die eigene Geschichte gehört dazu, denn auch in der Geschichte ist Gott verborgen.

Angela Lahmer-Hackl:  Die Schöpfungswanderungen, die wir im Pfarrverband anbieten, verbinden die Bewegung, das Wahrnehmen der Schönheit der Schöpfung und die Suche nach den Wurzeln unseres Glaubens. Wir wollen neuen Zugangsebenen zum Glauben Raum geben, beim Bibelfiguren Herstellen ebenso wie beim gemeinsamen Singen im Advent. Immer – in der Pfarre, im Pfarrverband, im kbw, in der Kirche ganz allgemein - geht es darum, zu fragen „Wo müssen wir hinschauen? Was beschäftigt die Menschen? Wie können wir Begegnungsmöglichkeiten schaffen und das Miteinander stärken?“

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